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Auf Luxusliner die Welle reiten
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Freedom of the Seas: Weltgrößtes Kreuzfahrtschiff bietet nicht nur Surfpark
 


Im "Flow Ride" können die Gäste an Bord der "Freedom of the Seas" surfen.


Die "Freedom of the Seas" ist das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Hier läuft es gerade in einen Hafen ein.


Auf der Promenda im Herzen des Luxusliners hat ein Automobilhersteller einen Oldtimer geparkt.


Eine faszinierende Eislaufrevue bieten die Künstler den Passagieren.


Wohnen im Luxus kann, wer das nötige Kleingeld besitzt. Der Gast muss hier auf keine Annehmlichkeit verzichten.


Ein Hauch von Ägypten weht durch das Schiff.


Boxen ist gut für die Kondition und baut Aggressionen ab. Im Fitness-Center des Schiffs gehört auch das zum Angebot.


An zentralen Punkten stehen kleine Modelle der "Freedom of the Seas". Der Passagier kann sich damit auf dem gigantischen Schiff besser orientieren.



 

KARIBIK. Wohlig warm rinnt das klare Wasser über die Haut und spült den letzten Seifenschaum davon. Plötzlich taucht da diese Frage auf: Woher kommt eigentlich das Wasser? Erinnerungen an die Schulzeit werden wach, als dies mit der Verdunstung an der Meeresoberfläche, Luftfeuchtigkeit in der Atmosphäre, Wolken, Regen und Grundwasser erklärt wurde. Nein, das ist nicht die Antwort auf die Frage. Nicht, wenn man als Passagier auf dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt, der „Freedom of the Seas“, den Hahn aufdreht.

Angesichts von möglichen 4375 Gästen und 1360 Angestellten (macht zusammen 5735 Menschen an Bord) wird der tägliche Wunsch nach Erfrischung und Sauberkeit zum Rechenspiel. Den Fall einmal angenommen, dass plötzlich alle auf einmal nach klarem Wasser verlangen, würden 229 400 Liter durch die Rohre rauschen - bei 40 Litern pro Duschvorgang. Der Kopf raucht angesichts dieser Zahlenreihe. Kaltes Wasser kühlt etwas ab und macht die Gedanken frei. Der urlaubsreife Kreuzfahrer kann sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren.

Zum Beispiel, in welchem Restaurant er am Abend speisen möchte. Auf dem Luxusliner der Extraklasse kann der Gast allein zwischen zehn Restaurants wählen - mit unterschiedlichen kulinarischen Ausrichtungen versteht sich. Kleine Snacks gibt es auch in einigen der 16 Bars und Salons. Speisen rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, ist also theoretisch möglich - aber mit Blick auf die Waage nicht empfehlenswert.

Aber nicht nur der Gaumen des Passagiers wird auf dem Schiff verwöhnt, während er sich auf seiner siebentägigen Kreuzfahrt durch die Karibik schippern lässt. Wer über die Gangway die “Freiheit der Meere", das Aushängeschild der Royal Caribbean Cruises, betritt, wird Bürger einer schwimmenden Stadt. Hier findet der nach Abwechslung Dürstende alles: von zahlreichen Shops über Restaurants, Cafés, Bars, bis hin zu Schwimmbädern, Theater, Kino, Radiostation, Bücherei, Kindergarten, Fitness-Studio und, und, und.

Die Macher der „Freedom of the Seas“ wollten sich offensichtlich nicht nur damit zufrieden geben, das mit 160 000 Bruttoregistertonnen größte Passagierschiff der Welt zu bauen, das mit 338,94 Metern Länge und 56,08 Metern Breite beeindruckende Ausmaße hat. In Sachen Sport- und Freizeitan-gebot setzen sie auf dem hart umkämpften Kreuzfahrt-Markt neue Maßstäbe. Und so kamen sie zum Beispiel auf die, für den Laien zugegebener Maßen verrückte Idee, den Surfern unter ihren Passagieren die Möglichkeit zu geben, ihrer Leidenschaft an Bord zu frönen - rund 34 Meter über dem Meeresspiegel. Der „Flow Ride“, wie der Surfpark genannt wird, ist zehn Meter breit und zwölf Meter lang. Ein dünner, aber stetiger Wasserstrom fließt hier und ermöglicht so das Gleiten auf einem Surfbrett. Ein Ritt auf einer Welle sieht anders aus, die Romantik von blauem Meer und braungebrannten Menschen geht hier doch etwas verloren.

Airbus passt auf Promenade

Hoch hinaus geht es für die Kletterer. Allerdings müssen die, die den Ruf der Berge in der Karibik hören, gehörig Muskelkraft einsetzen, um die unterschiedlichen Routen bis zum Gipfel der 13 Meter hohen Kletterwand, „The Wall“ genannt, an Deck der "Freedom of the Seas" zu bewältigen. Klettern, Surfern, verschiedene Swimmingpools... Die Liste der Sportmöglichkeiten ist lang. Wer möchte, kann auch auf der an Deck gekennzeichneten Laufbahn seine Runden drehen, oder Kalorien im Fitness-Studio an modernen Cardio- und Kraftgeräten abtrainieren. Stress abbauen funktioniert übrigens hervorragend im zentral platzierten Boxring, für Teamspieler gibt es aber auch Basketball, Volleyball oder Fußball.

Nach soviel sportlicher Betätigung ist der Wunsch nach Ruhe und Erholung verständlich. Die Wege bis zum Sonnendeck, zum Wellness-Bereich mit tollen Verwöhnprogrammen in Sachen Kosmetik und Massagen, oder zum frei schwebenden Whirlpool 34 Meter über dem Meeresspiegel, sind nicht weit. Eigentlich. Aber wer sich erstmals auf einem Kreuzfahrtschiff bewegt und dann auch noch dieses gigantische Wassergefährt gewählt hat, braucht etwas Zeit, um sich an Bord zu orientieren. Zum Glück trifft der Gast ständig auf Personal, das ihm nicht nur jeden Wunsch von den Augen abliest, sondern auch den kürzesten Weg zum gewünschten Ort in dieser schwimmenden Stadt erklärt. Und an zentralen Punkten haben die Innenarchitekten immer wieder kleine Modelle der „Freedom of the Seas“ aufgestellt, um die Orientierung zu erleichtern.

Das Herzstück der „Freiheit der Meere“ ist zweifellos die „Royal Promenade“ auf Deck 5. Auf 112 Metern - ein neuer Riesen-Airbus A300 (Länge 72,2 Meter) könnte hier geparkt werden, sofern die Flügel einzuklappen wären - kann der Gast auf einem Boulevard der Unterhaltung flanieren. Hier gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Kneipen, eine Fußgängerbrücke - und alles ist in entsprechend warme Lichttöne getaucht, die von den vielen Glas- und Spiegelflächen verstärkt werden. Hier trifft man sich auch, um allabendlich einem bunten Umzug a la Disneyland beizuwohnen. Der ist allerdings eher etwas für die jüngsten unter den Passagieren. Für die ganze Familie sind dagegen die Aufführungen im Arcadia Theatre mit 1350 Sitzplätzen oder im Eislaufstadion, das im Schiffsrumpf untergebracht ist. Die tanzenden und singenden Angestellten begeistern hier wie dort mit wechselnden Show-Programmen jeden Abend die Zuschauer.

Und wer nach all der Abwechslung am Abend noch immer nicht genug hat, der kann in schummrigen Bars bis in die frühen Morgenstunden Cocktails schlürfen, tanzen oder an einarmigen Banditen im Casino sein Glück versuchen, bevor er sich auf die Suche nach seiner Kabine macht. Und hoffentlich die richtige unter den von einfachen bis hin zu super luxuriösen 1817 Möglichkeiten auswählt. Und nach einer erfrischenden Dusche kann er sich entscheiden, ob er unter die Bettdecke schlüpft, um sich von einem anstrengenden Tag zu erholen, oder ob er nur ein klein wenig wartet und sich einen Sonnenaufgang in der Karibik anschaut.

Über das frische Wasser muss er sich übrigens keine Gedanken machen. Die Technik macht es möglich: An Bord der "Freedom of the Seas" können 18 Millionen Liter Frischwasser produziert werden. Und nicht nur mit dieser Zahl beeindruckt die „Freiheit der Meere“.



Text und Bilder: Kerstin Wahl

     
 
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